04.04.2006

Katastrophenhilfsdienst-Einsatz

Vor eineinhalb Monate rückte die Feuerwehr Steinbach zum Katastropheneinsatz in den Bezirk Lilienfeld aus. Nun musste die Bereitschaft Wien-Umgebung des NÖ Katastrophenhilfsdienstes (KHD) abermals angefordert werden, diesmal im Bezirk Gänserndorf.
Bereits um 3:45 Uhr rückten die Kameraden vorerst nach Purkersdorf aus, wo der KHD-Zug gebildet wurde. Anschließend ging es im Konvoi Gänserndorf, wo der Krisenstab im Feuerwehrhaus tagte.

 

 

Die Einsatzleitstelle Wien-Umgebung wurde in Angern/March aufgebaut, dort gab es die Einsatzbefehle für die einzelnen Fahrzeuge. Ein Teil der Mannschaft der Feuerwehr Steinbach wurde zur unteren Hauptstraße entsandt, um dort einen aus Sandsäcken errichteten Damm weiter zu erhöhen, der andere Teil musste in die Gemeinde Drösing fahren, um dort eine Dammbefestigung durchzuführen.

In der unteren Hauptstraße bot sich folgendes Bild: Am Vortag wurde von den Einsatzkräften ein 70 Meter langer und ein Meter hoher Damm errichtet. Der Wasserspiegel der March liegt ca. 10 cm unterhalb der Dammoberkante, daher wurde mit der Erhöhung des Dammes begonnen.
Die Sandsäcke, die hierfür notwendig waren, wurden von der Bevölkerung - bis zu hundert Personen, darunter auch zahlreiche Kinder - gefüllt, auf Paletten geschlichtet und mit Gabelstaplern zu den Einsatzkräften gebracht.

 

 

Am Vormittag trafen Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta und Landesrat Josef Plank in Angern zum Lokalaugenschein ein. Verwaltungsmeister Georg Kabas: "LBD Buchta teilte mir mit, dass der Wasserspiegel weiter steigen werde, und gab uns den Befehl, den Damm weiter zu erhöhen, aufgrund der Aufweichung des Bodens sowie des Dammes gleichzeitig aber auch einen möglichen Rückzug vorzubereiten".

In Drösing bot sich folgendes Bild:
Der Schutzdamm zwischen March und der Ortschaft droht zu brechen. Der Wasserstand liegt wenige Zentimeter unter der Dammoberkante. Auf der anderen Seite sind bereits Löcher sichtbar aus denen Wasser sprudelt.
Von den Einsatzkräften wurde der Damm daher mit Sandsäcken verstärkt um ein Ausspülen und in weiterer Folge das Brechen des Dammes (was eine Überflutung der Ortschaft zur Folge hätte) zu verhindern.

 

 

Ein Problem stellte der Transport der Sandsäcke dar: Nachdem die Säcke von der Dorfbevölkerung gefüllt wurden brachten Traktoren diese zu den Dammenden. Da ein Befahren des aufgeweichten Dammes nicht mehr möglich war, wurden die Säcke mit Scheibtruhen und Zillen auf den Damm hinausgebracht. Der Transport zu weiter entfernten Stellen wurde mit Hilfe eines Hubschraubers durchgeführt.

Am Abend wurden die Einsatzkräfte von den KHD-Bereitschaften Bruck/Leitha und Krems abgelöst. Um 21:30 Uhr trafen die Mitglieder der Feuerwehr Steinbach nach rund 18 Stunden Hochwassereinsatz wieder im eigenen Feuerwehrhaus ein.

Bereits am nächsten Morgen (5. April 4:00 Uhr) ist die FF Steinbach mit der KHD-Bereitsschaft WU wieder ins Katastrophengebiet aufgebrochen.

 
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